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Mitgliederversammlung 2025

11. Mitgliederversammlung

Am 20. November 2025 kamen die Mitglieder der LGK sowie Gäste im Kulturhaus Dacheröden in Erfurt zur 11. Mitgliederversammlung der Landesgesundheitskonferenz Thüringen zusammen. Staatssekretärin Tina Rudolph begrüßte die Teilnehmenden unter dem diesjährigen Motto: „Strukturen verändern: Für mehr Gesundheit im System!“. Bereits in der Gründungsidee der LGK bestand der Wille, Strukturen für eine zukunftsfähige Zusammenarbeit aufzubauen, um sich gesellschaftlichen und gesundheitlichen Herausforderungen zu stellen und gemeinsam nachhaltige Lösungsstrategien zu erarbeiten. Die diesjährige Mitgliederversammlung griff einmal mehr diesen Leitgedanken auf.

„Wir stehen vor der Herausforderung, das Gesundheitssystem zukunftsgerichtet, resilient und gerecht weiterzuentwickeln. Dazu brauchen wir u.a. sie als Mitglieder der Landesgesundheitskonferenz, um innovative Wege herauszuarbeiten“

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Neue Mitglieder

Deutsche Rheumaliga Thüringen Landesverband Thüringen e. V.

Die Deutsche Rheuma-Liga ist eine der größten Selbsthilfeorganisationen im Gesundheitsbereich. Der Landesverband Thüringen gehört zu den 16 Organisationen und 3 Mitgliedsverbänden, die unter dem Dach des Bundesverbandes der Deutschen Rheuma-Liga e.V. zusammengefasst sind.

Als Selbsthilfeorganisation ist es ihr Anliegen, Betroffene zu motivieren, aktiv gegen die Erkrankung und die damit verbundenen Schmerzen vorzugehen. Die Öffentlichkeit aufzuklären und die Vertretung der Interessen Rheumakranker gegenüber Politik und dem Gesundheitswesen sowie die Förderung von Forschung sind ebenfalls vorrangige Aufgaben der Rheuma-Liga.

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Gerade präventive Maßnahmen nehmen für Risikogruppen zunehmend an Bedeutung zu. Unser Ziel ist die Verbesserung der gesundheitlichen Lebensbedingungen von chronisch kranken Menschen in Thüringen. Dies kann uns nur gemeinsam mit anderen Akteuren im Thüringer Gesundheitswesen gelingen.


Thüringer Heilbäderverband e. V.

Der erste Thüringer Bäderverband gründete sich bereits 1884. Der Thüringer Heilbäderverband e.V. knüpft an diese Tradition an und gründete sich 1991 neu. Er versteht sich als die Dachorganisation der Heilbäder und Kurorte im Freistaat, vertritt die Interessen seiner Mitglieder in Politik und Öffentlichkeit und unterstützt die Kurorte bei ihrer Entwicklung zu modernen Gesundheitsstandorten.

Der Verband engagiert sich für die Einhaltung der hohen Anforderungen an die kurörtliche Infrastruktur, fördert die Entwicklung neuer Kur- und Gesundheitsangebote und organisiert ein gemeinsames Marketing.

Aktuell sind 16 Thüringer Kurorte und Heilbäder Mitglied im Thüringer Heilbäderverband e.V.

Wir möchten uns in die Prozesse der Landesgesundheitskonferenz einbringen, indem wir unser Fachwissen bei Fragestellungen rund um die Themen Prävention, Gesundheitsförderung und Kur in Heilbädern und Kurorten beisteuern und die Vernetzung mit relevanten Personen und Organisationen voranbringen.

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Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten

Das TMUENF ist die oberste Landesbehörde für die Bereiche Umwelt, Energie, Naturschutz & Forsten und arbeitet für gutes Klima, sauberes Wasser und mehr Natur.

Frau StS Arndt betonte in ihrem Grußwort die Verbindung zwischen Klima und Gesundheit und die immer stärker werdende Relevanz beide Themen zusammen zu denken. In der Vergangenheit fanden bereits gemeinsame Veranstaltungen von Landesgesundheitskonferenz und Umwelt-Ressort statt. An dieser Zusammenarbeit soll auch zukünftig festgehalten werden.

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„Gesundheit und Umwelt gehören untrennbar zusammen: Ob saubere Luft, sicheres Trinkwasser, der Schutz unserer Wälder und Naturräume oder der Umgang mit extremen Wetterlagen – nur gemeinsam können wir die Lebensqualität in Thüringen erhalten und die Menschen wirksam vor den Folgen des Klimawandels schützen. Deshalb freue ich mich sehr, nun Mitglied der Landesgesundheitskonferenz zu sein, um in diesen wichtigen Fragen noch enger und wirkungsvoller zusammenzuarbeiten.“


Vorstellung des neukonstituierten Steuerungsausschusses

Aufgrund der Umverteilung der Ressorts im Zuge des Regierungswechsels, änderte sich auch die Zusammensetzung des LGK-Steuerungsausschusses.

  • Staatssekretärin Tina Rudolph, TMSGAF (Leitung)

  • Staatssekretärin Karin Arndt, TMUENF

  • Staatssekretär Dr. Bernd-Uwe Althaus, TMBWK

  • Heiko Kotte, AOK PLUS

  • Robert Schöning, Verband der Ersatzkassen e.V. – LV Thüringen

  • Sandra Wanzar, Gemeinde- und Städtebund Thüringen

  • Elger Fähnrich, Thüringer Landkreistag e.V.

Neuberufung von Personen aus bestehenden Mitgliedsorganisationen

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  • Robert Büssow, BARMER Landesvertretung Thüringen

  • Diana Schmidt, Hebammenlandesverband Thüringen e.V.

  • Nadja Sthamer, Beauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann des Freistaates Thüringen

  • Staatssekretär Dr. Bernd Uwe Althaus, Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

  • Robert Schöning, Verband der Ersatzkassen e.V. – Landesvertretung Thüringen

  • Andrea Lein, Thüringischer Landkreistag e.V. (Landkreis Gotha)

  • Dr. Michael Brodführer, Thüringischer Landkreistag e.V. (Wartburgkreis)

  • Sophie Hohlstein, Thüringischer Landkreistag e.V. (Ilm-Kreis)

  • Cornelia Matthes, Thüringischer Landkreistag e.V. (Schmalkalden-Meiningen)

  • Gina Meier, LSBTIQ-Koordinierungsstelle Thüringen (Vielfalt Leben - Queerweg Thüringen e.V.)

  • Sarah Kornmann, Thüringer Landesstelle für Suchtfragen e.V.

  • Tino Grübel, LIGA der freien Wohlfahrtspflege Thüringen e.V.

  • Katja Berger, Kaufmännische Krankenkasse


Keynote

In ihrem Vortrag „Für eine resiliente Gesundheit: Strukturen verändern, Chancen eröffnen“ behandelte Professorin Dr. Susanne Moebus vom Institut für Urban Public Health, Universitätsklinikum Essen und Mitglied des ExpertInnenrats „Gesundheit und Resilienz“ der Bundesregierung die zentrale Frage: Wie muss sich das Gesundheitssystem unter den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen weiterentwickeln? Welche Strukturen brauchen wir, um zukunftsfähig, gerecht und resilient zu bleiben? Ausgehend von der Entwicklung der Krankheitslast Deutschlands im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, beschrieb Prof. Dr. Moebus verschiedene Sichtweisen auf Gesundheit und das Versorgungssystem.

Prävention muss über das Gesundheitssystem hinausgedacht werden, denn das Versorgungssystem kann Armut, schlechte Wohnverhältnisse, Bewegungsmangel oder Umwelteinflüsse nicht heilen.

Mit eindrücklichen Grafiken und Bildmaterial verdeutlichte sie vor allem den Einfluss von Lebensverhältnissen und -bedingungen auf die Gesundheit. Der Health in All Policies-Ansatz kann dabei eine Möglichkeit sein, um gesundheitliche Chancengerechtigkeit und somit mehr Gesundheit für alle Menschen zu fördern. In allen Bereichen sollte das Bewusstsein für einen ganzheitlichen Blick auf die Gesundheit geweitet werden. Die Landesgesundheitskonferenz kann dabei eine gute Methode sein, um unterschiedliche Fachbereiche an einen Tisch zu holen. Zentral ist hierbei das Herausarbeiten von Co-Benefits, also Strategien, die mehreren Seiten Vorteile bieten.

„Wir müssen Lebenswelten so gestalten, dass die gesunde Wahl die einfachste Wahl ist.“

Anhang

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Leitantrag Thüringens zur 98. GMK – Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung“

Zur 98. Gesundheitsministerkonferenz brachte Thüringen im Juni 2025 den Leitantrag „Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung“ ein. Ziel ist es, Prävention und Gesundheitsförderung als zentrale Säulen des Gesundheitssystems auszubauen, gesundheitliche Chancengerechtigkeit zu stärken, soziale Determinanten in den Fokus zu rücken und eine gesunde Zukunft für alle Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.


Folgende Kernthemen des Leitantrages wurden durch StS Rudolph vorgestellt:

  • Förderung gesundheitlicher Chancengerechtigkeit

  • Gesundheit in allen und für alle Politikbereiche

  • Finanzierung des ÖGD zur Umsetzung von Health in/for all Policies

  • Kommunale Gesundheitsförderung stärken

  • Präventionsgesetz weiterentwickeln

  • Forschung beim Wirkungsnachweis komplexer Interventionen


Der vollständige Leitantrag ist auf der Homepage der GMK unter folgendem Link einsehbar: https://www.gmkonline.de/Beschluesse.html?id=1697&jahr=2025

Podiumsdiskussion

Nach der Vorstellung der wichtigsten Inhalte, Ziele und Hintergründe des Leitantrags, wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Expert:innen der jeweiligen Kernthemen aus dem Leitantrag diskutiert, wie sie die Inhalte bewerten, wo sie Chancen, aber auch offene Fragen sehen und was es braucht, um Gesundheitsförderung in Thüringen wirksam und nachhaltig zu gestalten.

An der Podiumsdiskussion beteiligt waren:

  • Dr. Isabelle Oberbeck, Leiterin GA Weimar und Vorsitzende des LV Thüringen der Ärzte und Zahnärzte des ÖGD e.V

  • Gerald Müller, BKK LV Mitte – Landesrahmenvereinbarung Thüringen

  • Prof. Dr. Verena Vogt, Quantitative Versorgungsforschung, Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena

  • Constanze Planert, AB Kommunale Gesundheitsförderung, Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. -AGETHUR-

  • Staatssekretärin Tina Rudolph, TMSGAF

  • Moderation: Uta Maercker, Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. -AGETHUR-


Die Teilnehmenden der Podiumsrunde waren sich einig, dass der Leitantrag einen wichtigen weiteren Schritt hin zu einer stärkeren Sichtbarkeit von Prävention und Gesundheitsförderung darstellt. Er setzt ein klares Signal für die Relevanz dieses Themenfeldes und macht zugleich deutlich, dass es neben strategischen Zielsetzungen auch tragfähige Visionen sowie engagierte und qualifizierte Akteurinnen und Akteure braucht, um die Komplexität von Prävention und Gesundheitsförderung in die Praxis zu überführen.

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Der Leitantrag ist ein weiteres Puzzlestück hin zu mehr Sichtbarkeit von Prävention und Gesundheitsförderung im Land.


Für eine erfolgreiche und nachhaltige Implementierung sind dabei ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen unerlässlich, insbesondere im Öffentlichen Gesundheitsdienst. Verbindliche Mindeststandards sowie ein klar formulierter Auftrag, welche Maßnahmen auf kommunaler Ebene umzusetzen sind, können eine zentrale Grundlage für eine strukturierte, zugleich aber individuelle und bedarfsgerechte Planung bilden. Auf diese Weise lassen sich lokale Besonderheiten besser berücksichtigen und passgenaue Angebote entwickeln.

Darüber hinaus wurde die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes betont. Ziel muss es sein, eine Förderung auch jenseits zeitlich befristeter Projekte zu ermöglichen und die Mittel der gesetzlichen Krankenkassen stärker und nachhaltiger einzusetzen. In diesem Zusammenhang wurde der Health-in-All-Policies-Ansatz als zentrales Instrument hervorgehoben, um gesundheitliche Chancengerechtigkeit systematisch zu fördern und gesundheitliche Aspekte in allen Politikfeldern mitzudenken.

Um gesundheitliche Chancengerechtigkeit nachhaltig zu stärken, braucht es einen konsequenten Health-in-All-Policies-Ansatz. Eine verbesserte Datengrundlage der Gesundheitsberichterstattung ist dabei unerlässlich, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Nur auf dieser Basis kann Politik evidenzbasiert argumentieren und gesundheitliche Belange wirksam in allen Politikfeldern verankern.

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Um zielgerichtete Maßnahmen in Prävention und Gesundheitsförderung zu entwickeln, fundierte Empfehlungen auszusprechen sowie deren Wirksamkeit und Nachhaltigkeit zu evaluieren, ist zudem eine Stärkung der wissenschaftlichen Begleitung erforderlich. Wissenschaftliche Expertise liefert die notwendigen Methoden, um spezifische Daten zu erheben, auszuwerten und evidenzbasierte Entscheidungen zu ermöglichen. Dies setzt jedoch voraus, dass entsprechende Strukturen geschaffen werden – etwa durch den Aufbau fachlicher Expertise, beispielsweise in Form eines einschlägigen Studiengangs in Thüringen, sowie durch die Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel, etwa über einen Präventionsfonds.

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Für eine wirksame Gesundheitsförderung und Prävention sind verbindliche Mindeststandards ebenso erforderlich wie ein klarer Auftrag zur Umsetzung in den Kommunen. Dabei ist eine konsequent bedarfsgerechte Ausgestaltung sicherzustellen.

Abschließend hielten die Teilnehmenden fest, dass Prävention und Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen sind, die durch klare politische Aufträge und verlässliche Rahmenbedingungen gestützt werden muss. Neben finanziellen Ressourcen braucht es vor allem Menschen, die sich engagieren, Verantwortung übernehmen und in gemeinsamen Prozessen zusammenarbeiten. Die Landesgesundheitskonferenz wurde in diesem Zusammenhang als positives Beispiel für gelingende Kooperationen hervorgehoben. Ihre Mitglieder sind aufgerufen, diesen Weg fortzusetzen und sich weiterhin aktiv für die Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung einzusetzen.


Ausblick auf das Jubiläumsjahr 2026

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Im Jahr 2026 blicken wir auf gleich drei besondere Jubiläen:

  • 10 Jahre Landesgesundheitskonferenz Thüringen

  • 10 Jahre Landesrahmenvereinbarung Thüringen und

  • 40 Jahre Ottawa-Charta für Gesundheitsförderung


Am 25. März 2026 wollen wir gemeinsam Rückschau halten, erfolgreiche Aktivitäten und Projekte der vergangenen Jahre vorstellen und diskutieren, wie Gesundheitsförderung und Prävention in Thüringen – im Geiste der Ottawa-Charta – weiterentwickelt werden können. Dabei möchten wir nicht nur auf Erreichtes schauen, sondern auch kritisch den aktuellen Umsetzungsstand beleuchten und Entwicklungspotenziale für die Zukunft erörtern.


Ministerin Schenk lädt Sie herzlich ein am 25.03.2025 gemeinsam mit uns zu feiern!